aktuelles    termine    berichte    texte    chronik    links    kontakt 

 
  >> chronik // 2010
 
 Chronik rechter Aktivitäten im Bezirk


Am 06.08.2010 wird in den Häusern an der Poelchaustraße die NPD-Zeitung "Jetzt Reicht's" in Briefkästen gesteckt.

Quelle: Augenzeug_innenbericht

Am 10.08.2010 werden in den Häusern um den Helene-Weigel-Platz Flyer der Bürgerbewegung pro Deutschland gesteckt.

Quelle: Augenzeug_innenbericht

Am 05.08.2010 wird am Kiezpoint in der Louis-Lewin-Straße ein gesprühtes Hakenkreuz entdeckt.

Quelle: Augenzeug_innenbericht

Am Donnerstag, den 22.07.2010, werden im Kurt-Julius-Goldstein in Hellersdorf gesprühte Hakenkreuze und eindeutige neonazistische Parolen festgestellt. Der Park wurde erst wenige Wochen zuvor als solcher eingeweiht und trägt den Namen des Interbrigadisten im Spanischen Bürgerkrieg, Auschwitzüberlebenden und Überlebenden des Todesmarsches von Buchenwald. Die Polizei ermittelt wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie Sachbeschädigung.

Quelle: Berliner Polizeiticker

In der Nacht vom 16. zum 17.07.2010 wird nahe dem S-Bahnhof Springpfuhl in der Märkischen Allee ein durchgestrichener Davidstern an eine Kleidertonne gesprüht.

Quelle: Augenzeug_innenbericht

Am Dienstag, den 13.07.2010, werden am Morgen die Wohnungen von zwei Marzahner Neonazis wegen der Beteiligung am neonazistischen "Wearfolf Records Versand" durchsucht. Bei David H. und dem anderen Neonazi werden u.a. Buttons mit Hakenkreuzen, Sigrunen und SS-Totenköpfen, Bücher, Videos und Kleidung neonazistischen Inhalten, 6.500 Tonträger (CD, LP, EP), zwei Computer, Bestellunterlagen, mehrere Mustervorlagen und Rohlinge beschlagnahmt. Es werden Anzeigen wegen Verbreitens von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen, Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, öffentlicher Aufforderung zu Straftaten und Volksverhetzung gefertigt.

Quelle: Berliner Polizeiticker vom 13.7.2010 und TS vom 13.7.2010, Morgenpost vom 13.7.2010

Am Samstag, den 19.06.2010, wollen so genannte Reichsbürger im Biesdorfer Schloss eine Tagung abhalten. Die von Peter Lindt organisierte Veranstaltung mit dem einschlägig bekannten Thomas Patzlaff als Referenten kann jedoch im Vorfeld durch die Bekanntmachung des kruden u.a. revisionistischen und antisemitischen Hintergrundes der so genannten Reichsbürger als Mieter und Veranstalter des Sitzungssaales im Schloss verhindert werden.
Auch alle weiteren geplanten Veranstaltungen der Reichsbürger im Schloss wie regelmäßige Stammtische u.a. am 24.6.2010 werden abgesagt.

Quelle: Reichsbürger,

Am Freitag, den 18.06.2010,  skandiert ein 21-jähriger Mann gegen 15Uhr 30 bei seiner Festnahme am Naumburger Ring in Berlin-Hellersdorf Nazi-Parolen wie "Sieg Heil!" und "Heil Hitler!". Zuvor riefen PassantInnen die Polizei, nachdem der Festgenomme einen Autofahrer und sein Fahrzeug, sowie zwei einschreitende Personen ohne ersichtlichen Grund attackiert hatte. Es wird u.a. wegen so genannter Volksverhetzung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt.

Quelle: Berliner Polizeiticker

Am Donnerstag, den 10.06.2010, gegen 14.30 Uhr wird eine junge dunkelhäutige Frau zusammen mit ihrer Begleitung am U-Bhf. Hellersdorf von einem Pärchen beim Einsteigen in die Bahn rassistisch beleidigt. Dabei fallen u.a. Sätze wie "Neger, mach Platz - in dich pass ich zweimal rein!" Der mit Thorhammer und "Odin statt Jesus"-T-Shirt bekleidete, angetrunkene junge Mann reagiert ebenfalls aggressiv auf sich einmischende Passant_innen, während seine Kinderwagen-schiebende Begleitung versucht ihn zum Weitergehen zu bewegen.

Quelle: Augenzeugen_innenbericht

Am Freitag, dem 11.06.2010, halten Neonazis nach Eigenangabe am Abend eine so genannte Mahnwache auf dem Marzahner Parkfriedhof ab. Dabei gedenken sie "gefallenen [deutschen] Soldaten" und den so genannten Opfern "Alliierter Kriegsverbrecher".

Quelle: Freie Nationalisten Mitte

Am Sonntag, den 30.05.2010, gegen 6.45 Uhr werden am und auf dem U-Bhf. Hellersdorf mit schwarzer Farbe gesprayte Hakenkreuze an Wänden und Mülleimern sowie neonazistische Parolen an zwei Werbetafeln von einer Polizeistreife bemerkt.

Quelle: Berliner Polizeiticker

Am Abend des 29.05.2010 wird ein Mann in Marzahn fremdenfeindlich beleidigt. Der 31-Jährige saß gegen 22 Uhr 20 auf einer Bank in der Parkanlage an der Alfred-Döblin-Straße Ecke Märkische Allee, als er von einem Mann aus einer Gruppe von 25 Personen heraus angepöbelt und fremdenfeindlich beleidigt wurde. Als der Beleidigte aufgestanden war und ging, wurde aus der Gruppe heraus eine leere Glasflasche geworfen, die ihn nur knapp verfehlte.

Quelle: Berliner Polizeiticker

Am Abend des 21.05.2010 läuft eine Gruppe Jugendlicher "Sieg-Heil"-skandierend über den Helene-Weigel-Platz.

Quelle: Augenzeug_innenbericht

Am Dienstag, den 11.05.2010, betreten zwei Personen gegen 18 Uhr einen Jugendklub in der Louis-Lewin-Straße in Hellersdorf und skandieren neonazistische Parolen. Sie werden von einer Mitarbeiterin angesprochen und zeigen daraufhin den so genannten Hitlergruß und verlassen den Jugendklub. Die Polizei kann die beiden Unbekannten nicht mehr finden und ermitteln daher wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gegen Unbekannt.

Quelle: Berliner Polizeiticker

Am Montag, den 10.05.2010, wird ein 41-jähriger Hellersdorfer von der durch Anwohner_innen gerufenen Polizei gegen 22 Uhr auf einer Grünfläche in der Nähe des U und S-Bahnhofes Wuhletal festgenommen, nachdem er zuvor neonazistische Parolen rief. Es wird wegen Volksverhetzung, Beleidigung, Widerstands gegen Vollzugsbeamte und versuchter Körperverletzung ermittelt.

Quelle: Berliner Polizeiticker und Zeit vom 11.5.2010

In der Nacht zum 30.04.2010 werden im Bereich zwischen Hellersdorf-Süd, -Ost und der Hellen Mitte mehrere hundert Aufkleber und dutzende Plakate, die zum Neonaziaufmarsch am 1. Mai aufrufen, verklebt.

Quelle: Augenzeug_innenbericht

In der Nacht zum 29.04.2010 werden Farbeier auf ein Transparent an der Alice-Salomon-Hochschule, das zu Protesten gegen den Neonaziaufmarsch am 1. Mai aufruft, geworfen.

Quelle: Augenzeug_innenbericht

In der Nacht auf den 23.04.2010 werden die Scheiben des studentischen Cafés an der Alice-Salomon-Hochschule mit Plakaten, die den geplanten Neonaziaufmarsch am 1. Mai  bewerben, vollständig plakatiert. Auch auf dem U-Bahnhof Neue Grottkauer Straße werden acht Plakate entdeckt.

Quelle: Augenzeug_innenberichte

In der Nacht vom 16. auf den 17.04.2010 sprühen Nazis die Internet-Adresse ihrer Mobilisierungs-Seite für ihre 1. Mai-Demonstration auf den Helene-Weigel-Platz, im Fußgängertunnel zum S-Bahnhof Springpfuhl und im Springpfuhl-Park. Daneben verkleben sie nach Eigenaussage mehrere hundert diese Demonstration bewerbende Aufkleber in Marzahn.

Quelle:  Augenzeug_innenberichte

Am 03.04.2010 werden in der Hellen Mitte flächig dutzende Aufkleber, die zum Aufmarsch, der am 1. Mai in Berlin stattfinden soll und hauptsächlich aus dem "parteifreien" nationalsozialistischen Spektrum organisiert wird, sowie welche mit verschiedenen Motive aus demselben Spektrum, die aus Nordrhein-Westfalen stammen, verklebt. Des weiteren werden die gleichen Aufkleber und solche, die Stellung für die im Zusammenhang mit dem "European Brotherhood Radio" Verurteilten Neonazis beziehen (siehe Chronik 2009), werden zwischen der Tram-Haltestelle Jenaer Str. und der Leisniger Straße entdeckt.

Quelle: Augenzeug_innenberichte

Am 25.03.2010 nimmt Karsten M. als Zuschauer an der Bezirksverordnetensammlung teil und legt Flugblätter der NPD/JN, auf denen der Naziaufmarsch am 1. Mai beworben wird,  im Foyer des Sitzungssaals im Freizeitforum Marzahn aus.

Quelle: Augenzeug_innenberichte

Eine 26-jährige Muslima ist am Sonntagmorgen, den 07.03.2010, in Marzahn fremdenfeindlich beleidigt worden. Die junge Frau hatte gegen 8 Uhr die Polizei zum U-Bahnhof Elsterwerdaer Platz im Ortsteil Biesdorf gerufen. Zuvor war sie von zwei jungen Männern in der U-Bahn der Linie 5 aufgrund ihrer Bekleidung wiederholt beleidigt worden. Die beiden Täter hatten abwechselnd am Kopftuch der Muslima gerissen und sie im Waggon hin und hergeschubst.

Quelle: Berliner Polizeiticker

Am 22.02.2010 wird ein unadressierter Briefcouvert im Briefkasten der Geschäftsstelle der Partei Die Linke gefunden. Darin befindet sich ein A4-Ausdruck sowie ein Streichholz. Auf dem Blatt steht "KOMMANDO 13. FEB" und "... dein leben, interessiert uns brennend..." (sic!). Weitere Drohungen gehen an einen Unterzeichner des Aufrufs zur Blockade des Naziaufmarschs am 13.2.2010 in Dresden.

Quelle: Die Linke Marzahn-Hellersdorf

Am Morgen des 13.02.2010 haben vermutlich Nazis ein Transparent mit Bezug auf die Bombardierung Dresdens aus den leerstehenden Punkthochhäusern am Hellersdorfer Eck gehangen. Dieses wurde von der Polizei entfernt.

Quelle: Die Linke Marzahn-Hellersdorf

Am Abend des 12.02.2010 verteilen vier Nazis u.a. Karsten M. auf dem Alice-Salomon-Platz Faltblätter für den Naziaufmarsch in Dresden. Außerdem wurden den Tag über diesbezügliche Flugblätter und Papierschnippsel im Einkaufszentrum "Eastgate" und im "Marktplatzzenter" verteilt.

Quelle: Augenzeug_innenbericht, NW-Berlin

Am Abend des 24.01.2010 beschmierten Unbekannte eine Außenwand des Bahnhofs in der Neuen Grottkauer Straße großflächig mit diversen rechtsradikalen Parolen.

Quelle: Berliner Polizeiticker

Am 04.01.2010 wird an der Straßenbahnhaltestelle Hellersdorf die Schmiererei "Frei - Sozial - National, national befreite Zone" entdeckt.

Quelle: Augenzeug_innenbericht

 
 Melden Sie sich bei uns, wenn Sie Zeuge oder Opfer
 
rechter Gewalt sind!


Neben zahlreichen neonazistischen Sprühereien und Aufklebern, die ständig im Straßenbild von Marzahn-Hellersdorf auftauchen, existiert nach wie vor ein Potential für rechte Gewalt im Bezirk. Auch organisierte Neonazis von NPD und "Freien Kameradschaften" nutzten die Öffentlichkeit für eigene Aktionen. Um geeignet dagegen vorgehen zu können müssen diese Aktivitäten dokumentiert werden. Viel zu oft werden neonazistische Aktivitäten in kleinem Rahmen weitererzählt und geraten bald wieder in Vergessenheit. Darum: Schicken Sie uns Informationen zu Übergriffen, Sprühereien und Treffpunkten der rechten Szene in Marzahn-Hellersdorf an: abm[at]riseup.net
 

 
 Information zur Weiterveröffentlichung


Linken Initiativen und der Presse ist es gestattet, Teile der Chronik für eigene Veröffentlichungen zu nutzen, wenn sie mit einer Quellenangabe versehen sind. Eine Mitteilung bzw. ein Belegexemplar würde uns freuen. Anderweitige Veröffentlichungen (staatliche Institutionen u.ä.) benötigen eine vorangehende Erlaubnis von uns.

 

 
 Auswertung der Chronik 2008
 
"Randnotizen" von ABM und Projektwertstatt WuT veröffentlicht


"Lieber spät, als nie", dachten wir uns und haben nun unsere Chronik diskriminierender und neo-nationalsozialistischer Aktivitäten in Marzahn-Hellersdorf im Jahr 2008 ausgewertet und in der Dokumentation "Randnotizen 2008" veröffentlicht. Diese ist hier, sowie auf der Homepage der Projektwerkstatt WuT online zugänglich und kann auf Nachfrage auch als Broschüre bei uns geordert werden.
 

 

 Chronik der vergangenen Jahre


Wir dokumentieren Aktivitäten neonazistischer und anderer reaktionärer Spektren. Wir sind bemüht die Chronik bis in die 1980er Jahre zurück zu ergänzen und stetig weiterzuführen.

* Chronik 2009
* Chronik 2008 (PDF-Download)
*
Chronik 2007 (PDF-Download)
*
Chronik 2006
* Chronik 2005 (PDF-Download)
* Chronik 2004
* Chronik 1987-2003

 

 
 Nazis im Bezirksparlament von Marzahn-Hellersdorf
 Dokumentation der NPD-Aktivitäten in der lokalen BVV


Seit Oktober 2006 ist die NPD mit drei Verordneten in der BVV von Marzahn-Hellersdorf vertreten. Das Projekt Nip - Nazis in den Parlamenten dokumentiert die Aktivitäten der NPD-Fraktion sowohl parlamentarisch, als auch außerparlamentarisch. Außerdem wird über die Ideologie der NPD aufgeklärt und Hintergründe zu den einzelnen NPD-Verordneten dargestellt.